
Wissenswertes über Olivenöl
Olivenbäume, silbrig schimmernde Blätter und das goldgrüne Öl – kaum ein anderes Lebensmittel steht so sehr für den Mittelmeerraum wie Olivenöl. Hier findest du ein paar Hintergründe und Tipps rund um Oliven und Olivenöl, ganz ohne Fachchinesisch.
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Ein Baum mit Geschichte
Der Olivenbaum begleitet den Menschen seit mehreren Jahrtausenden. Schon frühe Kulturen rund um das Mittelmeer nutzten Oliven als Lebensmittel, Heilmittel und sogar als Brennstoff für Öllampen. Über Handelswege und Siedler verbreitete sich der Olivenanbau in weiten Teilen Europas – besonders in Spanien, wo heute ein großer Teil des weltweiten Olivenöls produziert wird.
Viele alte Olivenbäume sind weit über hundert Jahre alt. Sie wachsen langsam, sind robust und trotzen Sonne, Wind und kargen Böden. Genau diese Kombination aus Klima, Boden und Sorten macht den typischen Charakter andalusischer Olivenöle aus.
Vom Olivenbaum zum Olivenöl
Der Weg vom Baum in die Flasche ist relativ kurz – aber jeder Schritt ist wichtig:
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Ernte
Die Oliven werden je nach Region und gewünschtem Geschmack früher oder später
geerntet – von noch grün bis tief violett. Je früher, desto frischer und oft würziger das
Öl.
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Reinigung
In der Mühle werden Blätter und kleine Zweige entfernt, anschließend werden die Oliven gewaschen.
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Zerkleinern
Die ganzen Oliven werden (mit Kern) zu einer Art „Olivenpaste“ zerkleinert.
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Trennen von Öl und Fruchtwasser
In modernen Mühlen übernimmt eine Zentrifuge die Arbeit: Sie trennt das Öl vom Fruchtwasser und den festen Bestandteilen.
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Filtern oder Ruhen lassen
Je nach Mühle wird das Öl leicht gefiltert oder darf in Tanks ruhen, bis sich Trüb- und Schwebstoffe absetzen.
So entsteht ein unverfälschtes Naturprodukt – ohne Zusätze, einfach nur aus Oliven.
Was gutes Olivenöl ausmacht
Ein hochwertiges Olivenöl erkennst du nicht nur an der Bezeichnung, sondern vor allem an Geruch und Geschmack.
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„Nativ extra“ (extra vergine) ist die höchste Qualitätsstufe:
kalt gewonnen, ohne chemische Behandlung, mit einwandfreiem Geschmack und sehr niedrigen Säurewerten. -
Gutes Olivenöl riecht frisch – je nach Sorte z. B. nach Gras, Kräutern, Tomatenblatt, Artischocke oder Nüssen.
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Im Geschmack dürfen leichte Bitterkeit und ein Piksen im Hals vorkommen – das ist
ein Zeichen für wertvolle Inhaltsstoffe (z. B. Polyphenole), keine „Fehler“.
Viele Studien setzen eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Olivenöl und wenig industriell verarbeiteten Produkten mit einem gesünderen Lebensstil in Verbindung. Für uns ist Olivenöl vor allem eins: ein ehrliches, natürliches Lebensmittel, das jeden Teller ein bisschen aufwertet.
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Olivensorten und Geschmacksrichtungen
Es gibt eine große Zahl verschiedener Olivensorten. In Andalusien sind unter anderem Sorten wie Picual, Hojiblanca, Arbequina oder Lechín verbreitet – jede mit ihrem eigenen Charakter:
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Picual – oft kräftig, intensiv, mit spürbarer Bitterkeit und Schärfe; passt gut zu gegrilltem Fleisch, kräftigem Gemüse und rustikalen Gerichten.
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Hojiblanca – ausgewogen und harmonisch, mit frischen, grünen Noten; ideal für Gemüsegerichte, Fisch und Salate.
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Arbequina – mild, fruchtig, mit weichen Aromen; perfekt zum puren Probieren mit Brot, für Salate oder als „Einsteigeröl“.
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Lechín – feiner, eleganter Geschmack, oft in Cuvées eingesetzt, um Tiefe und Harmonie zu bringen.
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Viele Öle sind Mischungen (Cuvées) aus verschiedenen Sorten – so entsteht ein abgerundeter Geschmack mit mehreren Nuancen.
Olivenöl in der Küche
Olivenöl ist ein echtes Allround-Talent:
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Kalt: für Salate, Dressings, Dips, Aioli, auf Brot, über gegrilltes Gemüse, Pasta oder Fisch geträufelt.
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Warm: zum sanften Anbraten bei mittleren Temperaturen, z. B. für Gemüsepfannen, Saucen oder Ofengerichte.
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Zum Verfeinern: ein kleiner Schuss über Suppen, Risotto oder gegrilltes Fleisch bringt sofort mehr Aroma.
Ein paar einfache Tipps:
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Gute Öle darf man ruhig pur probieren – ein Stück Brot, ein kleiner Löffel, und du merkst schnell, was dir schmeckt.
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Für kräftige Gerichte eignen sich eher intensive, herbere Öle.
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Für feine Speisen oder Desserts (z. B. Vanilleeis mit Olivenöl und Salz) passen mildere, fruchtige Öle besser.
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Olivenöl richtig lagern
Damit Olivenöl seinen Geschmack behält, solltest du es etwas pfleglich behandeln:
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kühl, aber nicht im Kühlschrank (ideal sind 15–20 °C)
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dunkel lagern – Licht schadet dem Öl
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gut verschlossen, damit möglichst wenig Luft rankommt
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am besten in dunklen Glasflaschen oder geeigneten Dosen
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Olivenöl ist kein Wein – es wird mit der Zeit nicht besser. Am besten innerhalb von 12–18 Monaten nach Abfüllung verbrauchen und geöffnete Flaschen zügig aufbrauchen.
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Mehr über unser eigenes Öl
Hier auf der Seite ging es um allgemeines Wissen rund um Oliven und Olivenöl. Wie es bei uns konkret aussieht – von der Ernte rund um die Finca bis zu unserem eigenen Finca-Olivenöl – erzählen wir dir ausführlich unter:

